KINDER-, JUGEND- UND ELTERNFREUNDLICHE STADT
Sabine Däschler:
Sport- und Freizeitangebote, die von Jugendlichen selbst mit getragen und gestaltet werden, stärken die Selbständigkeit und fördern das Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinschaft.
Die wachsende Überalterung und der Wegzug vor allem junger Menschen sind allgemeine Probleme, denen sich auch Halle ausgesetzt sieht. Dabei bietet Halle mit einem vielfältigen Betreuungs- und Bildungssystem gute Voraussetzungen für heranwachsende Kinder und Jugendliche. Dieses Netz der Kinderbetreuung in allen Altersstufen muß unbedingt erhalten werden, ergänzt um private Einrichtungen wie Kinderläden (in Einkaufszonen der City) und eine preiswerte Abendbetreuung von Kindern, zentral organisiert im Verbund mit Studenten und als Minijob-Angebot.
Junge Frauen brauchen mehr Unterstützung auf dem Weg in ihre berufliche Selbständigkeit und Beratung hinsichtlich der sozialen Sicherung in den Erziehungszeiten. Mentorinnen könnten hier in Zusammenarbeit mit den bestehenden Familienzentren unterstützen.
Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sind beim Anlegen von Verkehrsräumen, beim Ausbau von Radwegen und Spielstraßen in Wohngebieten, beim Planen von Spielplätzen und Grünflächen stärker zu berücksichtigen. Weil Kinder die Zukunft der Stadt sind, müssen hier Investitionen Vorrang haben.
Wir schlagen vor, für jedes neugeborene Kind ein Sparkonto fest anzulegen, dessen Auszahlbetrag nach 18 Jahren in Halle der Ausbildung dient. Wir fordern die Neuanlage von Kinderspielplätzen in Gebieten, wo diese seit Jahren fehlen. Dabei sollten Pachtsysteme mit privater Zuständigkeit diskutiert und erprobt werden.
Wir wollen die Qualität und Anziehungskraft Halles als Schulstadt erhalten. Dafür ist ein Schulentwicklungsplan unter Einbeziehung der Stadtrandgebiete und der Nachbargemeinden erforderlich.
Oftmals sind Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit auf sich allein gestellt und haben zu Hause nur wenige Möglichkeiten ihre Kräfte und Ihren Bewegungsdrang auszuleben. Ihre Ideen und Vorstellungen können sie ohne Hilfe häufig nicht umsetzen. Daher bieten wir unsere Unterstützung an, um auch bürokratische Hürden zu nehmen, die sich den Wünschen und der Spontanität junger Menschen in den Weg stellen. Ziel ist es dabei, nicht aufgesetzte Angebote zu machen, sondern die Kinder und Jugendlichen da abzuholen, wo sie und ihre Interessen im räumlichen, wie auch im übertragenen Sinne sind. Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt, wenn man sich für seine Ziele stark macht.
Außerschulische Sport- und Freizeitangebote, die von Jugendlichen selbst mit getragen und gestaltet werden, stärken die Selbständigkeit und fördern das Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinschaft. Vandalismus oder körperliche Gewalt treten als Handlungsoptionen ein Stückweit zurück.