Mehr Mut!
Amtsblattartikel von Tom Wolter am 22. Oktober 2008
Zu einem Zeitpunkt, zu dem der Stadtrat auch über Kürzungen und Einsparungen in Höhe von 5 Mill. Euro im kulturellen und sozialen Bereich entscheiden soll. Auch angesichts der weltweiten Finanzkrise - ein denkbar ungünstiger Moment. Niemand bezweifelt den katastrophalen Zustand des Stadions. Doch wir als Stadträte legen eine Investitionssumme von über 17 Mill. Euro neben die gleichzeitig versendeten Kündigungsschreiben zur Förderung an soziale und kulturelle Vereine unserer Stadt. Und wir können Entscheidungen nur im Gesamtpaket mittragen, wenn klar ist, wohin strukturelle Veränderungen führen würden. Unsere Stadt bedarf eines klaren Bekenntnisses zur kulturellen Vielfalt, zur Solidarität und zur Vernunft. Mit der Vorlage der Stadtverwaltung, insbesondere mit derenQualität, sind wir unzufrieden.Fundiert und nachvollziehbar istdie betriebene Standortuntersuchung. Die Kostenplanungen für die zukünftige Betreibung des Stadions und derBallsporthalle fehlen jedoch. Eine detaillierte Kosten- und Nutzungsanalyse zu einem gemeinsamen Standort, obwohl vonuns angemahnt, ist nicht enthalten. Aus sportlicher Sicht scheintdie Planung, die Standorte vonBallsporthalle und Stadion zutrennen, auch weiterhin nichtnachvollziehbar. Daher riskiertdie Verwaltungsspitze auf Grundder offen bleibenden Fragen eineAblehnung.Doch gerade zu dieser Entscheidung muss es erlaubt sein,umfassendere Informationen zuerhalten. Keine Scheu vor auchunangenehmen Wahrheiten! Die Idealvariante für Ballsporthalle und Stadion ist aus unsererSicht immer noch der StandortWabbelstadion. Notlösungen, dieeigentlich keiner will, und daherauch die Vereine nicht tragen werden, helfen hier nicht weiter. Entweder entscheiden wir uns wissentlich für einen Neubau, der auch langfristig dem Fußballsport und dem Basket- und Handballsport unserer Stadt dient. Oder wir müssen uns zukünftig eine Fehlentscheidung vorwerfen lassen. Wir hoffen, dass endlich eine Mehrheit im Stadtrat die notwendige Grundsatzentscheidung trifft. Doch letztlich werden wir unsere Entscheidung zum Stadion davon abhängig machen, ob die Fragen in den anstehenden Diskussionen beantwortet werden und ob gesichert ist, dass der Grundsatzbeschluss zum Fußballstadion und zur Ballsporthalle nicht zu Lasten anderer Bereiche unserer Stadt geht.