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28. Januar 2009

HWG will Schülershof aufwerten?

Amtsblattartikel von Prof. Ludwig Ehrler am 28. Januar 2009

Nach den bisher gut gelungenen Sanierungen ihrer Wohnbausubstanz will die HWG nun den Bereich Schülershof aufwerten und ihre Wohnungen verbessern.

Hier ist allerdings ein Altstadtbereich betroffen, der durch die erste große Plattenbaukampagne eine empfndliche städtebauliche Störung erfahren hat. In den Jahren 1964–70 wurden durch  Flächenabriss historische Ensembles bewusst beseitigt und damit eine „Freifläche“ für Kranbahn und Bagger geschaffen. Als Gegenpol zur Stadtkrone der 5 Türme entstand das Hochhaus Schülershof in Verbindung mit dem zeilenartigen fünfgeschossigen Plattenbau. Die damals wie heute kritisch bewertete städtebauliche Lösung weist folgende Hauptmängel auf:

  • Die Hochhausdominante mischt sich störend in die 5-Türme Silhouette ein, was auch durch das neue „Feiningerfenster“ der Moritzburg deutlich erkennbar ist.
  • Der lange Wohnblock stellt sich gegenüber der verbliebenen Altstadtstruktur quer und stört diese.
  • Der winkelförmige Abschlussbaukörper gegenüber dem Chor der Moritzkirche blockiert insbesondere mit der fensterlosen Fassade  die  Blickbeziehungen zur Straße Alter Markt.
  • Die Freiräume und Straßenräume sind unausgeglichen und für den Bereich der historischen Altstadt viel zu groß.
Wir meinen, dass eine Gesamtumgestaltung unter weitgehendem Abriss der Bebauung aus den 60er Jahren der beste Weg wäre.  Hierbei sollte die Marktecke an der Commerzbank einbezogen  werden. Als Mindestmaßnahme erscheinen jedoch der Abriss des Hochhauses und die „Öffnung“ der Plattenzeile in Höhe  Oleariusstraße  zwingend, um die Wegeverbindung zum Alten Markt/Brunos Warte wiederherzustellen. Die kleine Grundfäche des Hochhauses könnte vorübergehend als Grünfäche  genutzt werden,  bietet aber auch eine Möglichkeit der Neubebauung mit Anbindung an die Schmeerstraße. Eine von der HWG geplante Abzonung des Hochhauses auf die Höhe der umgebenden Gebäude bedeutet einen verbleibenden Baukörper mit fünf bis sechs Geschossen. Damit wird deutlich, dass hier eine „schnelle“ Lösung nicht möglich ist, sondern dieser schwierige Altstadtbereich einer gründlichen Bearbeitung bedarf. Die Fraktion begrüßt  daher  die  Initiative  der HWG, den aktuellen städtebaulichen Missstand  zu  verändern. In diesem Zusammenhang halten wir es  für erforderlich, dass das Vorhaben sowohl in den Fachgremien als auch mit den Bürgerinnen und Bürgern umfassend diskutiert wird, damit eine erfolgreiche Umgestaltung zeitnah realisiert werden kann.